Die Düsseldorfer Schule als Schau – Warum nicht alles romantisch ist was romantisch scheint

Caspar David Friedrich Küstenlandschaft im Mondschein, 1818 Öl auf Leinwand, 22 x 30,7 cm Paris, Musée du Louvre, Department of Paintings © bpk / RMN - Grand Palais / Musée du Louvre, Foto: Jean-Gilles Berizzi

Daniel Thalheim Wenn die Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast nicht so schön wäre, müsste man sich aufregen. Warum? Weil Kunstwissenschaftler sich an begrifflichen Handläufen wie "Romantik" festhalten, ohne wirklich für Klarheit zu sorgen, was wir eigentlich in den Gemälden östlich des Rheins zu sehen bekommen als Napoleon Bonaparte von 1795 an versuchte, Europa mit der Idee …

Causa Krause – Wenn Angst entscheidet

Daniel Thalheim Wie kann es sein, dass ein Künstler so viel Wirbel verursacht, wie, in den letzten Wochen, Axel Krause? Als die Teilnehmerliste der Leipziger Jahresausstellung Mitte April 2019 bekannt gegeben wurde, schlugen Presseberichte auf den Kunstmaler ein, handelte der Vereinsvorstand wie ein Rudel aufgescheuchter Hühner, verstand nicht die Öffentlichkeitsarbeit zu koordinieren, verteidigte zunächst die …

Das Museum als Speicher und Netzwerker – Wie in Stuttgart Künstler sich mit einem Kulturort auseinandersetzten

Von Daniel Thalheim   Seit Ende Oktober findet eine Ausstellung an der Staatsgalerie Stuttgart statt, die sich mit dem Museum als Ort auseinandersetzt. In der seit Anfang dieses Jahres eingeleiteten Reihe "Museum Matters" nahmen Künstler  dokumentarisch, experimentell, essayistisch und narrativ die Konzepte, Präsentationen und Vermittlungsformen, die an europäischen Museen Usus sind, in den Fokus. So …

Er malt noch immer – Zum Tod von Arno Rink

Ein Nachruf von Daniel Thalheim Sein Schaffen müsste vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Geschichte in unmittelbare  Nähe von Gerhard Richter und Jörg Immendorf gestellt werden. Arno Rink war, wie andere Maler und Grafiker seiner Generation auch, ein Künstler, der wie ein Riesenplanet seinen eigenen Platz im Raum der Malerei schuf. Er gehört zu jenen Malern, …

Ein neues Zugpferd für Leipzig – Wie Alfred Weidinger das MdBK neu aufstellen will

Mit dem Weggang des bisherigen Direktors des Museums der Bildenden Künste in Leipzig, wurde die Frage laut, wie das MdBK sich neu ausrichten könnte. Das Museum schien weder mit Leipzigs Künstlerszene noch mit den Institutionen und Leipziger Galerien verbandelt gewesen zu sein. Die Antwort auf diese Frage war zunächst die Wahl von Dr. Skadi Jennicke als neue Kulturdezernentin. Die zweite Antwort scheint Dr. Alfred Weidinger zu geben, der seit dem 1. August 2017 neuer Direktor des Kunstmuseums im Herzen der Messestadt ist.

Expressionist Emil Nolde: Wirklich frei von Kontroversen?

Emil Nolde, Maler Schmidt-Rottluff, 1906, Nolde Stiftung Seebüll © Nolde Stiftung Seebüll

Von Daniel Thalheim 1867 erblickte Emil Nolde das Licht der Welt. 150 Jahre später würdigte das Museum der bildenden Künste in Leipzig ihn und seine frühe Schaffensphase mit einer Sonderausstellung, ab November 2017 zeigt dann auch in der Kunsthalle Kiel die Ausstellung. Als Maler brachte er im Zuge der von den Fauves angestoßene Entwicklung der …

Neuerwerbungen am MdBK – Bestand an Max-Beckmann-Werken wurde aufgestockt

Max Beckmann Große Buhne, 1905 80,6 x 161 cm, Öl auf Leinwand © VG Bild-Kunst Bonn, 2016

Das Gemälde "Bildnis eines Teppichhändlers" (1946) zählte bislang als einziges Beckmann-Werk zum eigenen Bestand des Museums der bildenden Künste Leipzig. Umso erfreulicher ist es, teilte das Museum der bildenden Künste in Leipzig am 14. September mit, dass die beiden Gemälde „Die große Buhne“ (1905) und „Sumpfblumen“ (1907) mithilfe der Kulturstiftung der Länder, der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung und …

Aufschlussreiche Rückansichten – Wie im MdBK Provenienzforschung betrieben wird

Kunsthistorikerin Birgit Brunk (vorn) und Restauratorin Antje Hake (im Hintergrund) begutachten ein Gemälde des „Milljöh“-Zeichners Wilhelm Busch. (Foto: ARTEFAKTE 2016)

Der Zeitraum 1933 bis 1945 hält noch heute Forscher auf Trab, auch in Leipzig. Damals erwarb das Museum Skulpturen, Gemälde und Grafiken aus Privatbesitz. Einige dieser Stücke wurden unter Zwang von ihren ehemaligen Besitzern verkauft oder von den Nationalsozialisten zwangsenteignet. Kunsthistorikerin Birgit Brunk geht der Geschichte dieser Kunstwerke nach und entdeckt so manche neue Spur. …

Eine gewollte Lücke? – Rückgabe von NS-Raubkunst

Der Fall Hildebrand Gurlitt sorgte in den vergangenen Jahren für Diskussionen. Wie geht man mit zwangsenteigneten und zwangsversteigerten  Kunstwerken aus der NS-Zeit um? Wie wurden die Rückforderungen in der BRD geregelt? Werden Restitutionen in der Bundesgesetzgebung berücksichtigt? Was wird für die Provenienzforschung unternommen? Diese und mehr Fragen mündeten in ein Buch, das der Kulturredakteur Stefan …