Imaginative Impulse – Malerei von Juliette Sturlèse und Sophie Ullrich in Berlin zu sehen

Daniel Thalheim EIne neue Malergeneration ist da. Auf Artefakte ersparen wir uns das "gendern" mit der weiblichen Form. Denn das sagt nichts über die Kunst aus. Aber zwei Frauen, die das Kunstmalerhandwerk studierten, müssen unbedingt im Lichtkegel der Kunstinteressierten stehen. Was Reiter Galleries in Berlin ab dem vorletzten Novemberwochenende in Berlin zeigt, dürfte auf Interesse …

Politische Scherenschnitte – Wie sich Ai Weiwei von Deutschland verabschiedet

Daniel Thalheim   Die Berliner Republik war für den chinesischen Künstler eine Zuflucht von dem autoritären Regime in China. Seine Abkehr von Deutschland ist, wie seine Abkehr von China, mit harscher Kritik verbunden. Den Menschen hierzulande fehle es an Respekt für abweichende Meinungen. Deutschlands Kultur sei nicht integrativ, sondern abgrenzend. Intoleranz durch die chinesische Regierung …

Causa Krause – Wenn Angst entscheidet

Daniel Thalheim Wie kann es sein, dass ein Künstler so viel Wirbel verursacht, wie, in den letzten Wochen, Axel Krause? Als die Teilnehmerliste der Leipziger Jahresausstellung Mitte April 2019 bekannt gegeben wurde, schlugen Presseberichte auf den Kunstmaler ein, handelte der Vereinsvorstand wie ein Rudel aufgescheuchter Hühner, verstand nicht die Öffentlichkeitsarbeit zu koordinieren, verteidigte zunächst die …

In Licht getaucht – Ein Fotograf entdeckt die White City neu

Von Daniel Thalheim Warum die White City so einzigartig ist Der Architekt Arieh Sharon plante eine Stadt auf dem Reißbrett. Als Palästina noch nicht Israel war, sollte die White City von Tel Aviv für einen Aufbruch stehen. Aus Europa kamen Architekten in diese Gegend und entwarfen Privathäuser im Sinne des Neuen Bauens. Sharon, der nach …

Zwischen Weltkarten und Wissenschaft – Die Kartografie Palästinas im Hinblick auf die Siedlungspolitik der deutschen Tempelgesellschaft

Von Daniel Thalheim   Wer sich mit der Kartografie Palästinas beschäftigt, stößt auf eine Geschichte, die biblische Ausmaße zu haben scheint. So zumindest öffnet der Historiker Dr. Hans Fischer vor hundert Jahren in seinem Beitrag zur Kartografie Palästinas uns den Blick auf eine Zeit als das Land zwischen Mittelmeer und dem Gebirgszug von Kanaan noch …

„Die Spinnerin“ – Wie Wilhelm Leibls Gemälde in sein Spätwerk einzuordnen ist

Wilhelm Leibl (1844-1900), Die Spinnerin, 1892, Öl auf Leinwand, 65x74 cm, Museum der Bildenden Künste.

Von Daniel Thalheim Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Realismus in Deutschland. Wilhelm Leibl schöpfte aus dem französischen Realismus von Gustave Courbet und Édouard Manet. Seine Grundlagen bezog er jedoch von den Protagonisten der Königlichen Kunstakademie in München. Theodor von Piloty, Hermann Anschütz und Arthur Georg von Ramberg. Wilhelm Leibl gehörte zum sogenannten …

Städtische Sonnenschirme – Das Metropol Parasol als urbaner Ruheraum

Metropol Parasol, ersch. 2011 über Hatje Cantz (Bild: Hatje Cantz / Presse 2017)

Daniel Thalheim Dass es in Großstädten kaum Ruheräume gäbe, wird oft beklagt. In Sevilla wurde eine Lösung gefunden. Der deutsche Architekt Jürgen Hermann Mayer (*1965) gestaltete die Entwürfe für das Metropol Parasol, einer gigantischen Anlage aus sechs sonnenschirmartigen Strukturen, die an Feigenbäume und an die Oberfläche der Kathedrale von Sevilla erinnern sollen. Was sich darunter …

Ein neues Zugpferd für Leipzig – Wie Alfred Weidinger das MdBK neu aufstellen will

Mit dem Weggang des bisherigen Direktors des Museums der Bildenden Künste in Leipzig, wurde die Frage laut, wie das MdBK sich neu ausrichten könnte. Das Museum schien weder mit Leipzigs Künstlerszene noch mit den Institutionen und Leipziger Galerien verbandelt gewesen zu sein. Die Antwort auf diese Frage war zunächst die Wahl von Dr. Skadi Jennicke als neue Kulturdezernentin. Die zweite Antwort scheint Dr. Alfred Weidinger zu geben, der seit dem 1. August 2017 neuer Direktor des Kunstmuseums im Herzen der Messestadt ist.

Der Leipziger Architekt Fritz Albin Riemann und ein unverwirklichtes Bauvorhaben – Ein deep cut

Gern wird auf das schöpferische Werk des Leipziger Architekten Fritz Albin Riemann (1881-1956) während der Zeit der Weimarer Republik aufmerksam gemacht. Zwei wirklich gute Referenzen bilden seine Werkmonographie aus dem Jahr 1932 und die 1997 erschienene Jubiläumsschrift der Vereinigten Leipziger Wohnungsbaugesellschaften ab. In seiner Masse an den dort beschreibenen und den noch im Stadtgebiet beschreitbaren Wohnanlagen in Leipzig kann man zwei Dinge ablesen: Riemann grenzte sich schon früh von den modernen Architektur-ästhetischen Entwicklungen ab, und er profitierte von den Wohnungsbauprogrammen der Weimarer Republik, blieb auch in Nazi-Deutschland nicht untätig. 

Symbolist Thomas Geyer – Was vom Menschen übrig blieb

Thomas Geyer: Johnny, 120 x 130 cm, Ei-Tempera auf Leinwand, 2017 (Bild: Potemka-Presse)

Der abwesende Mensch ist auch bei Thomas Geyer ein Thema. Was Künstler_Innen wie Katrin Heichel, Mirjam Völker und Markus Matthias Krüger als Vertreter_Innen eines "Neuen Symbolismus" auf die Leinwand bringen, erweitert Thomas Geyer um die Anwesenheit von Nutz- und Kulturtieren. Der Mensch als Schöpfer tritt angesichts der Ruinenlandschaften und Nachtansichten zurück - was vom Menschen übrig blieb, sind die von ihm geschaffenen Überreste seiner Existenz. Doch es gibt mehr Anspielungen... Eine neue Ausstellung in der Galerie Potemka zeigt neue Arbeiten des ehemaligen Schülers von Sighard Gille und Anette Schröter.