Bildhauerische Coups und Experimentierfreude – Der Designer Rudolf Belling

Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen Installationsansicht Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Jan Windszus / VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Wenn die Kunsthistoriker Dieter Scholz und Christina Thomson schreiben, Rudolf Belling (1886-1972) sei keine „Marke“ wie andere Vertreter des Expressionismus und Neuen Sachlichkeit, dann liegt es ihnen zufolge an Bellings Vielseitigkeit und Experimentierfreude. Doch diese Aspekte eines künstlerischen Schaffens dürften als Markeneigenschaften gelten. Rudolf Belling ähnelt so mehr einem Universalkünstler, der auf verschiedenen Terrains wandelt …

Advertisements

Das Museum als Speicher und Netzwerker – Wie in Stuttgart Künstler sich mit einem Kulturort auseinandersetzten

Von Daniel Thalheim   Seit Ende Oktober findet eine Ausstellung an der Staatsgalerie Stuttgart statt, die sich mit dem Museum als Ort auseinandersetzt. In der seit Anfang dieses Jahres eingeleiteten Reihe "Museum Matters" nahmen Künstler  dokumentarisch, experimentell, essayistisch und narrativ die Konzepte, Präsentationen und Vermittlungsformen, die an europäischen Museen Usus sind, in den Fokus. So …

Salvator Mundi von Leonardo da Vinci – Ein Kunstkrimi über sein – mutmaßlich – letztes Gemälde

Leonardo Da Vinci "Salvator Mundi" (Detail, Foto: aus dem Christie's Katalog Salvator Mundi, Presse 2017)

Von Daniel Thalheim Im November 2017 wurde für 450 Mio. Dollar ein Gemälde versteigert, das Kunsthistoriker wild umher flattern lässt. Es gilt als das erste Kunstwerk, das für eine so hohe Summe den Besitzer wechselte. Es wurde vom Auktionshaus Christie’s als „zeitgenössisch“ eingestuft. Außerdem verbirgt sich das Bild hinter einem Nebel aus unsicherer Herkunft und …

Rheinländische Avantgarde – Wie der Sammler Wolfgang Hahn den Blick auf die Kunst veränderte

Ausstellungsansicht Kunst ins Leben! Der Sammler Wolfgang Hahn und die 60er Jahre (Foto: Lisa Rastl/MuMoK Presse 2017)

Von Daniel Thalheim   „Kunst ins Leben“ war in den 60er-Jahren ein Schlagwort. Um sich von einer überholten Malereitradition zu distanzieren verwendeten Künstler Alltagsgegenstände, Texte und Partituren anstatt klassischer Malerei und Bildhauerei zu frönen. Derzeit findet im Museum für Moderne Kunst der Stiftung Ludwig (MuMoK) eine spannende Ausstellung statt, die diese Avantgarde beleuchtet. Wer hätte …

Karl Blechen – Leben und Werk

Artefakte - Malerei, Architektur und Wissen

Bau der Teufelsbrücke (München, Neue Pinakothek, Inv. Nr. L 1039), um 1830-32, Öl auf Leinwand, 77,8 x 104,5 cm Bau der Teufelsbrücke (München, Neue Pinakothek, Inv. Nr. L 1039), um 1830-32, Öl auf Leinwand, 77,8 x 104,5 cm

Die Seminararbeit wurde im August 2002 im Fach „Deutsche Malerei der Romantik“ an der Universität Leipzig/Institut für Kunstgeschichte bei Dr. H. Lüddemann vorgelegt. Sie umfasst die Kapitel „Europa zwischen Revolution und Restaurationszeitalter“, „Karl Blechen, eine Biografie“ samt „Jugend und Frühwerk“, „Italienreise“ und „Spätwerk“.

Gegenstand dieser Hausarbeit ist die Biografie und das Werk von Karl Blechen (1798 – 1840). Da Karl Blechen eindeutig unter dem Einfluß seiner geistigen Mentoren, wie Caspar David Friedrich, Christian Claussen Dahl und Friedrich Schinkel stand, wird an dieser Stelle auch der Zusammenhang von Blechens Oeuvre und jener Menschen und Künstler anhand einiger Bildbeispiele erörtert. In seinem Leben stechen offensichtlich die Italienreise und mit ihr die Skizzenbücher und Ölskizzen heraus, denn hier gelang es Blechen einen Meisterschritt zu vollziehen, die romantische Landschaftsmalerei in den deutschen Landen zur Moderne zu führen und…

Ursprünglichen Post anzeigen 4.202 weitere Wörter

Dem Glauben ein Bild geben – Dieric Bouts‘ Madonna mit Kind

Madonna mit Kind, Dieric Bouts (um 1415–1475), Nachfolge Niederländisch, um 1500 Öl auf Eichenholz Leuven, M – Museum Leuven, Inv.-Nr. S/47/B © Lukas-Art in Flanders, Foto: Hugo Maertens

Von Daniel Thalheim   Das Kunsthistorische Museum Wien zeigt bis Sommer 2018 ein Werk des flandrischen Künstlers Dieric Bouts. Das Bild ist eine Leihgabe, die es in sich hat. Es ist zu einer Zeit entstanden als die Habsburger begannen, ihre Hegemonie über Europa auszuweiten. Es war auch das Zeitalter als das Bürgertum erstarkte und seine …

Geniale Denkfiguren – Renaissancemaler Raffael in Wien

von Daniel Thalheim Dass Raffael neben Leonardo da Vinci und Michelangelo zu den bedeutendsten Meistern der Renaissance zählt, sind sich die Kunsthistoriker einig. Auch er zählt als Universalgenie der Hochrenaissance, ob als Maler und Architekt in Florenz und Rom oder im Auftrag von Päpsten und Fürsten. Mit Abschluss der großen Ausstellung im Ashmolean Museum in …

Er malt noch immer – Zum Tod von Arno Rink

Ein Nachruf von Daniel Thalheim Sein Schaffen müsste vor dem Hintergrund der deutsch-deutschen Geschichte in unmittelbare  Nähe von Gerhard Richter und Jörg Immendorf gestellt werden. Arno Rink war, wie andere Maler und Grafiker seiner Generation auch, ein Künstler, der wie ein Riesenplanet seinen eigenen Platz im Raum der Malerei schuf. Er gehört zu jenen Malern, …

In den Fußstapfen der Dinosaurier – Wie Paläo Art die Welt eroberte

Von Daniel Thalheim Oft von Kunstwissenschaftlern müde belächelt, manchmal auch von Künstlern als „flach“ abgetan, begeisterten die Bilder von Dinosauriern und Eiszeitwelten Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt. Paläo Art gewann erst wieder an Bedeutung als in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts der Steven-Spielberg-Streifen „Jurassic Park“ in die Kinos kam und ein erneuter Siegeszug …

Giovanni da Rimini – Innovator der italischen Malerei des Trecento

Giovanni da Rimini, Szenen aus den Leben der Jungfrau und anderer Heiligen (Foto: National Gallery London 2017, Screenshot aus dem Buch "Scenes from the Lives of the Virgin and other Saints" von Anna Koopstra)

Sein Schaffen steht unter Byzanz' und Giottos Einfluss. Bis Oktober 2017 zeigt die National Gallery in London ein eindrucksvolles Stück Kunstgeschichte. Derzeit wird dort der linke Flügel eines Altar-Diptychons vorgestellt, der bei näherem Blick eine Entwicklung in der westeuropäischen Malerei bezeugt, die zwischen Abwendung von der bislang etablierten Ikonenmalerei des Mittelalters und Zuwendung zu dem steht, was wir als Renaissance bezeichnen. Die Rede ist von Giovanni da Rimini.