Digitale Jahresausstellung auf der BURG – Von Möglichkeiten des Weitermachens

Daniel Thalheim

 

 

Verlagert sich der Kunstmarkt und die Kunstwelt komplett in die digitale Welt?

Die C-19-Pandemie greift weit in die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen ein. Künstler sind, wie es sich verstärkt herausstellt, die letzten Glieder einer Kette von Fördermaßnahmen. Da mag sich mancher die Frage stellen, wie viel Kunst wir heute überhaupt brauchen? Sind Ausstellungen, digital oder analog, überhaupt gesellschaftswichtig? Für Künstler und Ausstellungsorganisatoren, für Kunsthochschulen und Galeristen ist der Verlust der Öffentlichkeit ein Gräuel. Lebt Kust doch von Publikum, von reflexionen in Medien und Öffentlichkeit, vom Kauf von Kunstwerken, Austausch und Kontakt. Umso schmerzlicher war es, dass März dieses Jahres in der westlichen Hemisphäre Museen und Galerien schließen mussten. Den Künstlern fehlte es an Präsentationsmöglichkeiten, die jedoch relativ schnell improvisiert in die digitale Welt von Facebook, Twitter und Co. verlagert wurden.

Ersetzen können digital organisierte Ausstellungen den haptischen Kunsteindruck nicht. Um sich vor einem unbekannten Virus zu schützen, seine Verbreitung einzudämmen,sind die digitalen Möglichkeiten ein Segen, eine Chance sogar. Für Veranstaltungen in der freien Kunstszene wären digitale Offerten künftig eine Möglichkeit, über die lokal gesteckten Grenzen schnell in die internationalen Weiten des World Wide Web aufzuschließen und an Bekanntheit zu gewinnen. Zwar sind im Internet die räumlichen Distanzen sehr weit gesteckt, aber man gelangt schnell und direkt sowie relativ distanzlos in Ausstellungen in New York, London und Paris; auch in Halle.

 

Semesterabschluss mit digitaler Präsentation

Traditionell endet an der Burg Giebichenstein das Studienjahr mit einer Jahresausstellung. Wenn sonst an einem Wochenende Mitte Juli, die Tore geöffnet sind, wird die Ausstellung aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden. Die Werkschau der Mode fällt ebenso aus. Die Präsentation der Semesterabschlussarbeiten findet auf der Homepage der Kunsthochschule statt. Denn aufgrund der aktuellen Sicherheitsbestimmungen kann die Jahresausstellung nicht wie gewohnt als öffentliche Veranstaltung gezeigt werden, teilt die Kunsthochschule auf der Burg Giebichenstein mit. Jahresausstellung Online, heißt das Motto in diesem Jahr.

Ein Novum ist auch, dass das vergangene Semester vorwiegend auf digitaler Ebene durchgeführt wurde. Die während der Pandemiekrise entstandenen Arbeiten und Projekte werden ab dem 17. Juli bis Ende September 2020 auf der Website www.burg-halle.de/jahresausstellung vorgestellt. Einblicke in die vielfältigen Schaffensprozesse unter den derzeitigen besonderen Bedingungen werden auf der Plattform möglich. Darüber hinaus laden über den Sommer verteilt vor Ort einzelne Projekte, Ausstellungen und Interventionen im Stadtraum Halles ein, über die die Seite ebenso informiert.

 

Close to the bone. Diplome der Kunst 2020

Vom 18. Juli bis 2. August will die Ausstellung „Close to the bone. Diplome der Kunst“ Besucher nach Halle/Saale locken. „Wenn Kunst es schafft, unsere innere Welt in Bewegung zu versetzen, dann vielleicht, weil sie eine Erinnerung oder ein Erlebnis in uns wach ruft“, heißt es aus der BURG. „Diese persönliche Verbindung kann zu einem direkten Draht zu einem Kunstwerk werden – im Englischen könnte diese unmittelbare Beziehung als „close to the bone“ beschrieben werden. So wird das Credo für die diesjährige Diplomausstellung zu einem Bild, das sich vielschichtig lesen und übertragen lässt: sowohl auf das breite Spektrum an eigenständigen künstlerischen Positionen und Aussagen als auch auf unsere möglichen Lesarten als Betrachterinnen und Betrachter.“

24 Abschlussarbeiten von Künstlerinnen und Künstlern des Fachbereichs Kunst der BURG werden in der Burg Galerie im Volkspark, der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt und im Literaturhaus Halle jeweils an den Wochenenden bei freiem Eintritt zu sehen sein. Im Rahmen der Ausstellung wird auch der mit 2.500 Euro dotierte Kunstpreis der Stiftung der Saalesparkasse vergeben. Die herausragenden Arbeiten werden durch eine Fachjury am Freitag, 17. Juli 2020, ausgezeichnet.

 

Beitragsbild: Impression zur Jahresausstellung 2019, Foto: Jana Luck

 

Jahresausstellung 2020
Digitale Plattform www.burg-halle.de/jahresausstellung: 17. Juli bis 30. September 2020

Ausstellungsdauer Close to the bone. Diplome der Kunst: 18. Juli bis 2. August

Öffnungszeiten Close to the bone. Diplome der Kunst: 18. und 19. Juli: 10 bis 18 Uhr
24.–26. Juli sowie 31. Juli–2. August: 14 bis 19 Uhr
Ausstellungsorte Close to the bone. Diplome der Kunst: Burg Galerie im Volkspark, Schleifweg 8a; Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Neuwerk 11; Literaturhaus Halle, Bernburger Straße 8
Eintritt: Der Eintritt ist kostenfrei. Eine Anmeldung vorab ist nicht notwendig. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist für die Gäste jedoch verpflichtend.
Förderer: Die Jahresausstellung wird gefördert durch die Saalesparkasse Halle. Close to the bone. Diplome der Kunst wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen von „Burg gestaltet!“ unter dem Förderkennzeichen 01PL17066.
Weitere Informationen zur Diplomausstellung: www.burg-halle.de/diplomausstellung

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