Survivors of Holocaust – Neue Ausstellung im Zollverein Essen widmet sich Überlebenden der Shoa

Daniel Thalheim

 

Man mag von der sogenannten Covid-19-Pandemie halten, was man will. NAchdem man politisch beschlossen hatte, die Bewegungsfreiheit von Menschen einzugrenzen und einzuschränken, ist man der Meinung, die Pandemie wäre im Griff der Ärzte und staatlicher Kontrolle. Daher wurde beschlossen, dass auch die Museen – unter Auflagen wohlbemerkt – wieder öffnen dürfen.

 

Zeugnisse persönlicher und kollektiver Geschichte

Eine Ausstellung, die über die pädagogische Vermittlung von – ohnehin obsoleten und willkürlich festgelegten – Kunstepochen hinaus geht, ist die tiefgreifende Schau „Survivors – Faces Of Life After The Holocaust“ in der Stiftung Zollverein in Essen. Ab dem 7. Mai bis einschließlich 26. Juli 2020 sind Martin Schoellers eindringliche Porträtfotografien von Überlebenden des Holocaust zu sehen – täglich von 11 bis 17 Uhr in der Mischanlage der Kokerei auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Bis zur coronabedingten Schließung haben bereits rd. 20.000 Menschen die Ausstellung besucht, teilt die Stiftung am 6. Mai mit.

Dazu heißt es weiterhin: „Schoellers unverstellte Fotografien sind bleibende Zeugnisse persönlicher und kollektiver Geschichte und der Blick in die vom Leben gezeichneten Gesichter ist heute und für künftige Generationen von besonderer Bedeutung: Denn die Portraitierten gehören zu den letzten noch lebenden Augenzeugen.“

Naftali Fürst, ein Überlebender der Shoa von 1933-45 sagt zur Ausstellung: „Es ist so wichtig, Erinnerungsprojekte wie dieses zu unternehmen. Wer noch in der Lage ist, seine Geschichte zu erzählen, sollte das auch weiterhin tun. Es ist unsere Pflicht, im Namen der Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden, unsere Geschichten immer wieder zu erzählen.“

Blick in die Ausstellung "Survivors" // Foto: Jochen Tack, Stiftung Zollverein
Blick in die Ausstellung „Survivors“ // Foto: Jochen Tack, Stiftung Zollverein

Welchen Hintergrund hat „Survivors“?

Der deutsche Freundeskreis von Yad Vashem unter der Leitung von Kai Diekmann initiierte das Projekt. Anke Degenhard und Vivian Uria kuratierten die auch unter Beteiligung der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn und der Internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Kooperation mit der Stiftung Zollverein und dem Ruhr Museum „Survivors“ entstandene Ausstellung. Zur Ausstellung erschien ein Fotobuch mit den 75 Porträts und den zugehörigen Biografien der Überlebenden sowie mit einem Vorwort von Bundespräsident a.D. Joachim Gauck. Das Buch ist im Buchandel und im Museum erhältlich.

 

BESUCHERINFORMATION

Laufzeit: bis 26.07.2020 // täglich geöffnet von 11.00-17.00 Uhr

Ausstellungsort:
UNESCO-Welterbe Zollverein
Areal C (Kokerei), Mischanlage, Arendahls Wiese, 45309 Essen

Eintritt: Nach eigenem Ermessen

 

Zur Webseite:

www.zollverein.de

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