Wettlauf zum Mond – Ein Buch zeigt Einblicke in das NASA-Archiv

Daniel Thalheim

2019 jährt sich die Mondlandung der US-Amerikaner zum 60. Mal. 1969 veränderte unsere Sicht auf die Welt, möchte man meinen. Angesichts der Umweltzerstörungen und -verschmutzungen, Rodungen, plastikversuchtem Essen, vermeintlichem Wohlstandswahn, verlieren wir unsere Erde an unsere nachfolgenden Generationen immer mehr. Denn was immer noch genährt wird, sind Ignoranz, Dummheit und Bequemlichkeit. Ein Buch macht uns bewusst, wie wertvoll unsere Erde eigentlich ist und dass wir sie mehr achten sollten. Dabei dreht sich „The NASA Archives“ eigentlich „nur“ um die Raumfahrt im 20. Jahrhundert und um die Eroberung des Mondes.

Über 60 Jahre Raumfahrtgeschichte – was davon übrig geblieben ist

Irgendwie ging der 60. Jahrestag ein wenig in der bundesweiten Berichterstattung unter. „Great Greta“ machte stattdessen Schlagzeilen. Die Umweltaktivistin und die „Fridays for Future“-Bewegung machten deutlich, wie begrenzt unsere Ressourcen sind und wie krass wachstumsorientiert die derzeit grassierende Wirtschaft agiert. In dieser Welt des Mehr, Mehr, Mehr wurde dieser Tage ein Buch veröffentlicht, dass dieses Höher, Schneller, Weiter in einer anderen Form auf den Punkt bringt. „The NASA Archives“ führt uns vor Augen, welche vereinenden Ziele de Menschheit haben kann und was sie erreichen könnte, wenn wir uns nicht in neidzerfressende Debatten um Hartz IV, Einwanderungspolitik und die – eigentlich von der deutschen Bundesregierung und ihre Sparpolitik verursachte – Nullzins-Politik der EZB zerreiben würden. Gäbe es das alles nicht, würden wir es wieder schaffen, nicht nur ins Weltall zu schauen, sondern auch unsere Natur zu schützen und damit auch die Existenz der folgenden Generationen der Menschheit. 

Und wieder ist der Mond Ziel der Raumfahrt. Mitten in den Debatten um abfackelnde Regenwälder in Südamerika, Aufforstungsbestrebungen in Afrika und China, Trump’schen Getöse, Chinas Aufbäumen zur Weltmacht, fortschreitende Ausrottungen von wildlebenden Tierarten, Massentierhaltungen, Monokulturindustrie und industrielle Massenernährung streben China und Indien zum Erdtrabanten. Neue Entdeckungen wurden in der letzten Zeit auf dem Mond gemacht; Bärtierchen entdeckt, kosmische Schleimspuren auf der Mondoberfläche, seltene Erze und eine Natriumatmosphäre. Dass der Mond hohl sein soll, auf der Rückseite von Nazis oder Außerirdischen bewohnt und eigentlich generell künstlich geschaffen sein soll, darf man ruhig als unterhaltsame Märchen abtun. Dass Buzz Aldrin & co. 1969 ihre Füße auf den runden Klumpen Dreck gesetzt haben ist nachweisbar. Egal welche Theorien sich um Lichtverhältnisse und Schattenwürfe als Nebelkerzen geworfen werden. Der berühmte Fußabdruck ist kein Fake.

A technician prepares to unlatch a small door built into the guide vanes of the Transonic Wind Tunnel at Langley Research Center in 2010. The vanes prevent turbulent eddies from interfering with the tests. Copyright: Courtesy of NASA
A technician prepares to unlatch a small door built into the guide vanes of the Transonic Wind Tunnel at Langley Research Center in 2010. The vanes prevent turbulent eddies from interfering with the tests. Copyright: Courtesy of NASA

The NASA Archives – ein besonders tiefer Fußabdruck der Doku-Literatur

Die Fotografie diente früh als Dokumentationsmittel, als Medium für den Moment. Fotografen fangen seit der Erfindung dieses besonderen grafischen Verfahrens – dem Einfangen von Licht – Momente historischer Art ein. Sei es als Gruppenbildnis, sei es ein belebter Straßenzug, sei es als Kriegsereignisse, Elend, Natur, Menschen, Selfies und vieles andere mehr. Die 1969 erfolgte Mondlandung ist auch so ein historisches Moment gewesen. Sie und andere Ereignisse rund um die Raumfahrt wurden ebenfalls fotografisch festgehalten. 

Dabei begann alles – vielleicht – mit den Science-Fiction-Romanen von Jules Verne Mitte des 19. Jahrhunderts. Eigentlich stehen die an Höhlenwänden gezeichneten Kalender aus grauer Vorzeit am Anfang aller Dinge. Der Mensch war schon immer ein beobachtendes Wesen und war schon immer vom Nachthimmel fasziniert. Warum sonst wurden überall auf der Welt Bauwerke nach den Equinoxien ausgerichtet, besaßen Bauwerke so eine Art Kalenderfunktion? Unsere Vorfahren stellten nicht umsonst die Verbindung her, dass alles miteinander zusammen hängt; die Neigung der Erde zur Sonne, die Stellung des Mondes zur Erde und zur Sonne usw. 

Das NASA-Archiv. 60 Jahre im All Piers Bizony, Andrew Chaikin, Roger Launius Hardcover, 33 x 33 cm, 468 Seiten € 100
Das NASA-Archiv. 60 Jahre im All Piers Bizony, Andrew Chaikin, Roger Launius Hardcover, 33 x 33 cm, 468 Seiten € 100

Ernsthafte Bestrebungen, den Mond anzusteuern, wuchsen mit dem Erstarken des Humanismus und Aufklärung in Europa. Noch waren die technischen Möglichkeiten nicht gegeben. Aber wer die Rollen der beiden Weltkriege Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Katalysatoren des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts betrachtet, wird feststellen, dass erst seitdem die Voraussetzungen geschaffen wurden, ins All und zum Mond fliegen zu können. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Raumfahrt in einem irrwitzig erscheinenden Tempo voran getrieben. Durch die Raumfahrttechnologie wurde die Digitalisierung von Industrie und Privatem vorangetrieben. Mit TV und HiFi fing es an, mit der Entwicklung des Smartphones und des Internets hört es noch lange nicht auf.

Einst hatte der Mensch Ozeane überquert, um neue Lebensräume zu erschließen. Jetzt ist das Weltall Ziel seiner Reiseträume. Gerade jetzt, wo durch neue Technologien immer mehr bewohnbar erscheinende Planeten entdeckt werden, wir immer mehr über die tatsächliche Ausdehnung unseres Universums erfahren und so seine strukturelle Endlichkeit erfahren, ist es umso wichtiger, mithilfe eines schlagfertigen Bandes wie dem vorliegenden das Bewusstsein der Menschen für ihre eigene Mitwelt zu öffnen. Wenn sich auch der Erfahrungskreis und -schatz sich auf eine neue Region ausdehnt und weiter ausdehnen wird, umso wichtiger ist es, die derzeitigen Wirtschaftskreisläufe zu zerschlagen, neu zu strukturieren und Giftstoffe aus dem Naturkreislauf, der auch unser Ernährungskreislauf ist, zu entfernen, uns selbst von „Wohlstand“ und der großen Geldtäuschung zu befreien. Nicht nur wegen der fantastischen Geschichte, die mit den „NASA Archives“ mit Text und fabelhaften Fotografien geschrieben wird, erreicht uns das Buch. Es ist auch deswegen ein Fußabdruck, weil wir unser Zuhause umso mehr achten müssen. In dieser Hinsicht bin ich ganz Hippie, Trekkie, Picard. Hinterm Mond geht’s weiter. Der Mars und die Monde der äußeren Planeten Jupiter und Neptun stehen schon längst im Brennpunkt der Forschungen.

Das Buch kann im TASCHEN-Shop käuflich erworben werden:

Das NASA-Archiv. 60 Jahre im All

Piers Bizony, Andrew Chaikin, Roger Launius

Hardcover, 33 x 33 cm, 468 Seiten

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