Kraftvolle Aufbrüche – Kunstmuseum Moritzmuseum setzt die kunstgeschichtliche Reise in die eigenen Sammlungen fort

An diesem sommerlichen Septembervormittag stehen schon die ersten Gäste im Innenhof der Moritzburg in Halle/Saale. Sie warten, dass die Pforten des dort untergebrachten Kunstmuseums sich öffnen. Noch bis zum 11. September wurde bei 50 Lux die kunsthistorische wenig beleuchtete Phase der französischen Malerei zwischen 1890 und 1910 gezeigt. An die Schau „Magie des Augenblicks“ schließt sich im Neubau des Kunstmuseums eine weitere Periode an.

„Kraft des Aufbruchs“ lässt den Besucher durch die Geschichte des deutschen Expressionismus“ schreiten. Ein Aufbruch fand in der Kunst des frischgebackenen 20. Jahrhunderts tatsächlich statt. Unter Einfluss der französischen Spätimpressionisten und Fauvisten begannen die Maler der Dresdner Künstlergruppe „Die Brücke“ ihre eigene Farb- und Formensprache zu finden. Blaue Frauen und lila Himmel ließen Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff in ihren Bildern aufblitzen. Doch die Ausstellung erzählt mehr als den jugendlichen Aufbruch von fünf Malern, die die deutsche Kunst zu den internationalen Avantgarden aufschließen ließ. „Kraft des Aufbruchs“ beschreibt anhand der Chronologie der Hängung der Bilder aus der Sammlung Hermann Gerlinger auch Brüche und Entwicklungen der Künstlergruppe. Anpassungen, eigene Handschriften, Auseinanderbrechen der Gruppe, Berufsverbote, Kriege und die letzte Phase der expressionistischen Malerei in der frühen Bonner Republik. Gerade in seiner letzten Phase bringt Karl Schmidt-Rottluff seine Bilder wieder zum Leuchten, fast so wie zu seinen Anfangstagen im späten Kaiserreich.

Noch bis zum 30. Oktober ist die Ausstellung noch zu sehen. Dann verspricht der stellvertretende Museumsdirektor Wolfgang Büche einen Blick auf andere Einflüsse der „Brücke“-Künstler in Aussicht – eine Spurensuche, wovon sich die deutschen Expressionisten noch beeinflussen ließen. „Inspiration des Fremden – Die Brücke-Maler und die afrikanische Kunst“ stellt ab Mitte November Volkskunstarbeiten aus Afrika mit Gemälden und Grafiken der „Brücke“-Künstler gegenüber. So wird Kunstgeschichte anschaulich gemacht!

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