Zum Start der Leipziger Zeitung – Noch bis Ende April läuft die Startfinanzierungsphase

So sieht die Webseite der Leipziger Zeitung aus (Foto: Screenshot Artefakte)
So sieht die Webseite der Leipziger Zeitung aus (Foto: Screenshot Artefakte)

Eigentlich ist es ein romantischer Traum, dass in Leipzig neben der alteingesessenen Leipziger Volkszeitung sich ein eine zweite Zeitung etabliert, die – anders als Leipziger Rundschau, Leipzigs Neue und ein paar zu Marketinginstrumenten degradierten Werbeträgern – sich als Löwe gebärden könnte. Der journalistische Anspruch ist da. Mit dem Testballon der Ausgabe „Null“, der im März über die Köpfe der Leipzig hinweg flog und den Podiumsrunden in den Leipziger Clubs und Veranstaltungsorten, wuchs da Interesse der Leser. Reicht es aber, um die nächste Ausgabe zu finanzieren?

„Nachdem im März eine Ausgabe Null als Testausgabe veröffentlicht wurde, stieg das Interesse an einer Wochenzeitung für Leipzig und Umgebung stark an“, teilt LZ-Geschäftsführer Moritz Arand in der letzten Aprilwoche mit. „In über 30 Geschäften und Einrichtungen wird die Ausgabe Null der Leipziger Zeitung derzeit verkauft. Das Interesse der Leser war so groß, dass viele Betreiber die Redaktion der LZ selbst kontaktierten und um eine Belieferung baten.“

Ende Mai soll nun die allererste Ausgabe erscheinen. Die Finanzierung soll weiterhin auf Hochtouren laufen, damit sich die Leipziger Zeitung dauerhaft neben der LVZ etablieren kann. Dabei sehen sich die Macher der LZ gar nicht als Konkurrenten des Tagesprintmediums aus dem Hause Madsack. Aber eine Wochenzeitung herzustellen, ist auch keine „ruhige Kugel“. Um ihr Printprodukt einer breiten Öffentlichkeit vorab zu präsentieren und zu erklären, begannen die Macher mit der Veröffentlichung der Ausgabe Null gleichzeitig mit einer Reihe von „Leserkonferenzen“, bei denen sie sowohl das neue Wochenblatt vorstellten als auch mit verschiedenen Gästen aus der Medienbranche über den Journalismus, insbesondere den Lokaljournalismus, diskutierten. Das Angebot der „Leserkonferenzen“ nutzten viele Leipziger und Medieninteressierte und stellten auch zahlreiche Fragen zur LZ, zum Vertrieb der Zeitung, der Redaktion und natürlich zum Thema Lokaljournalismus.

Sowohl für den Verkauf der Ausgabe Null als auch die „Leserkonferenzen“ zieht die Leipziger Zeitung eine äußerst positive Bilanz. Seitdem ist auch die Zahl der Abonnenten kontinuierlich gestiegen. Irgendwie ist das Vorab-Abo auch eine Art „Crowdfunding“. Wer an eine journalistische Print-Alternative zur LVZ glaubt, der greift künftig zur LZ, die stets zum Wochenende erscheinen wird.

Bis zum 30. April bleibt den LZ-Journalisten nun noch eine Woche, um weitere potentielle Leser für ein Abonnement zu gewinnen. Der Zuspruch ist weiterhin sehr groß. So rechnet die LZ bis nächste Woche mit 1.000 Abonnenten. Anfang Mai wird dann über die ökonomische Situation beraten und die nächsten Schritte bis zum Erscheinen der Ausgabe Eins Ende Mai und damit dem Beginn der regelmäßigen Veröffentlichung der Wochenzeitung entschieden. Aber auch nach dem 30. April können künftige Leser weiter vorab abonnieren. Je mehr Unterstützer der Leipziger Zeitung ein Abonnement abschließen, desto unabhängiger wird die Wochenzeitung von anderen Finanzierungssäulen.

Um eine bessere Planung gewährleisten und sich auf das Erscheinen der kommenden Ausgaben konzentrieren zu können, rufen die Macher der Leipziger Zeitung alle Interessierten auf, vorab ein Abonnement (Halbjahres-, Jahres- oder Förderabo) abzuschließen. Alle Abonnenten zeigen somit, dass sie eine Medienvielfalt in Leipzig befürworten – eine Motivation für die Redakteure und natürlich andere Leser und Medieninteressierte.

Zur Homepage der Leipziger Zeitung mit dem Abo-Shop

  1. Hat dies auf Leipziger Kulturgeschichten rebloggt und kommentierte:

    Wem es noch nicht aufgefallen ist – der Tigersprung zu einer ernstzunehmenden Wochenzeitung für Leipzig steht an, noch fehlt es aber an genügend Abonnenten, die die ersten Ausgaben ausreichend und kostendeckend finanzieren können. Es geht mit Erscheinen der Leipziger Zeitung auch um journalistische Vielfalt, Journalismus, der nicht ins Prekariat führt und um Qualität. Wer gibt sich einen Ruck und finanziert ein Stück weit Leipziger Zeitungsgeschichte mit?

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